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Jazz
 

Dies ist eine Zusammenstellung von Projekten zum Thema JAZZ in der 9. Klasse.
Die mitwirkenden sind Julia Immer, Franka Schwiesau, Janine Rose und Lydia Bertz.


*  "Was verbinde ich mit 
    dem Wort 'Jazz'?"
Ursprung des Jazz 
Entstehungsgeschichte
Begriffsherkunft
*  charakteristische Merkmale
*  Jazz-Stile

 




"Was verbinde ich mit dem Wort *Jazz*?"           (back)

Viele denken bei dem Wort *Jazz* an schwungvolle Musik, singende schwarze Menschen und an die USA -  insbesondere New Orleans.
Hier nun zwei Meinungen, was Schüler sich unter dem Begriff *Jazz* vorstellen:
 

"Wenn ich das Wort *Jazz* höre oder lese, verbinde ich nicht viel damit, trotzdem ist Jazz sehr wichtig. Ich weiß, dass es ohne den Blues Jazz nicht geben würde.
Es wurde und wird heute immer noch von den Schwarzen gesungen. Die häufigsten Instrumente sind Trompete und Klavier.
Louis Armstrong ist der bekannteste Jazzmusiker."
                                                                                                                    (Janine Rose)

"Ich verbinde mit dem Wort *Jazz* eine Musik, die Geschichten geschrieben hat. Diese Musik, von der ich spreche, ist eine ganz besondere Musik. Man braucht sich nur das Wort *Jazz* auf der Zunge zergehen lassen, und man spürt sofort, dass Musik gemeint ist - und nicht so ein Hip-Hop wie heutzutage! Ich finde, Jazz hat seine eigene Geschichte hinter sich. Und in diesem Wort *Jazz* steckt eine ganze Menge Freude, Spaß aber auch Trauer. Jazz verkörpert eine eigene Musik - und diese Musik wird bestimmt noch Jahre lang Geschichte schreiben."
                                                                                                                    (Franka Schwiesau)




Ursprung des Jazz                                                  (back)

Der Jazz hat seine Ursprünge in der Mischung aus unterschiedlichen Musiktraditionen der als Sklaven nach Amerika deportierten Schwarzen. Wesentliche Elemente stammen aus der westafrikanischen Volksmusik, den Volksmusikformen der Schwarzen, die sich in den Kolonien auf amerikanischem Boden entwickelten sowie der europäischen Volksmusik und Kunstmusik des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus der afrikanischen Musiktradition flossen Gesangsstile ein, die dem Sänger einen großen Freiraum für stimmlichen Ausdruck ließen. Weitere Einflüsse waren die Tradition der Improvisation, das Fragen-und-Antwort-Schema (Call and Response) und die rhythmische Komplexität (Synkopierung der einzelnen Melodielinien und gegensätzliche Rhythmen, die von unterschiedlichen Instrumentalisten des Ensembles gespielt wurde). Andere prägende Formen aus der afroamerikanischen Musik waren Worksongs und weitere rhythmische Arbeitslieder der Sklaven sowie Wiegenlieder und später die Spirituals (religiöse Gesänge) und der Blues (weltliche Tradition). In der Anfangszeit des Jazz spielten die Musiker überwiegend ohne Noten. Um 1910 brach der Orchesterleiter W. C. Handy die bis dahin rein mündliche Tradition des Blues und veröffentlichte seine ersten Bluessongs (seine Stücke waren bei Jazzmusikern besonders beliebt, deren vielleicht beste Interpretin er später in der Bluessängerin Bessie Smith fand, die in den '20er Jahren zahlreiche seiner Songs aufnahm).




Entstehungsgeschichte                                            (back)
 
Jazz ist eine Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der USA entstandene, eigenständige und zunächst von Schwarzen geprägte Musik, die sich rasch weltweit verbreitete.
Die verschiedenartigen Einflüsse verschmolzen zum ersten vollausgebildeten Stil des Jazz, der nach dem Ort seiner Entstehung New-Orleans-Jazz benannt wurde. Er wurde zum Markenzeichen der schwarzen Musiker.
Bald entwickelte sich daraus ein neuer Stil, der Dixieland (Jazz der Weißen aus dem Süden der USA). Damit zeigte sich jedoch auch zum ersten Mal ein Vorgang, der später für die Geschichte des Jazz typisch werden sollte: Nachdem schwarze Musiker neue Stile entwickelt hatten, wurden sie von weißen dem Geschmack eines breiterem Publikums angepasst und anschließend kommerziell verwertet.
In New York bildete sich schon bald der Two-Beat-Jazz der Orchester heraus. Die amerikanische Wirtschaftskrise, die 1929 die Weltwirtschaftskrise heraufbeschwor, setzte dem "Golden Age des Jazz" plötzlich ein Ende. Nur die besten Jazzmusiker fanden noch Arbeit, aber auch ihre Erwerbsmöglichkeiten beschränkten sich im Wesentlichen auf New York.
Die weitere Intensivierung des Swing, vor allem bei den großen Jazzorchestern, führte Ende der '20er und Anfang der '30er Jahre zum Swing-Stil.
Der erste virtuose Solist des Jazz war der Trompeter und Sänger Louis Armstrong. Er veränderte das Bild des Jazz entscheidend, indem er den Solisten in den Mittelpunkt rückte. Er setzte Maßstäbe für alle späteren Jazzsänger, nicht nur durch die Art, in der er Liedtexte und Melodien abwandelte, sondern auch durch den sogenannten Scat-Gesang (Singen von improvisierten Silben und Lauten, oft als rhythmische und ausdrucksmäßige Nachahmung eines Instrumentes).
Während der Swing-Stil einem letzten Höhepunkt zustrebte, begann ein neues, weit einschneidenderes Kapitel in der Entwicklung des Jazz. Die rhythmischen und harmonischen Möglichkeiten des Swing waren nicht mehr zu steigern, als 1941/42 junge Farbige in New York zusammentrafen und nach neuen Ausdrucksformen suchten. Der herausragende Jazzmusiker der vierziger Jahre war Charlie Parker, der Wegbereiter des Bebop (auch Rebop oder Bop). Wie Lester Young, Charlie Christian und andere exzellente Solisten hatte Parker lange Zeit in Big Bands gespielt. Neben den neuen, zum Teil in die Zukunft weisenden Stilrichtungen blieben andere Musiker, auch in den '60er und späteren Jahren, auf einem Mittelweg zwischen moderner und herkömmlicher Spielweise. Andere Impulse gingen von der amerikanischen Pop-Musik aus, die in wechselseitiger Beziehung selbst wieder aus dem Jazz ihren Nutzen zieht zumal die Grenzen zwischen ihr und dem Jazz zum Teil sehr fließend sind. Dazu gehören vor allem Rhythm&Blues und Rock'n Roll sowie seit Mitte der '60er Jahre der Rock und der Jazz Rock, die durch ihren gestaltannehmenden swingenden Multibeat einen großen Teil der potentiellen Jazz-Hörer absorbieren.
Über seine Erfahrung mit dem Free Jazz und dem Rock hinaus profitiert der Jazz der '70er Jahre vor allen zweckdienlichen Musikkulturen; freilich in eigener Ausbildung und Umformung.



Begriffsherkunft                                                        (back)

Die genaue Wortherkunft ist sehr umstritten. Eventuell kommt es von dem Wort "chase" (Jagd, Hetze) oder "jassy" (verschroben, überschäumend). Eine weitere Möglichkeit wäre das Slangwort "jazzy" (erregend, bunt) oder aber auch Personennamen, wie zum Beispiel "Charles".




charakteristische Merkmale                                        (back)
 
° der Rhythmus lebt vom Gegeneinander eines 
  durchgehenden Impulses (Beat) und unregelmäßigen 
  kleinsten Akzentverschiebungen (Off-Beat)

° durch die übernommenen Traditionselemente 
  afroamerikanischer Musik und des Blues entstehen 
  absichtlich unsauber intonierte Töne, Tonverschleifungen 
  der 3. und 7. Stufe (Schwankungen zwischen kleinem und   
  großem Intervall, genannt "Blue Note"), so dass nicht 
  notierbare Intonationen entstehen können ("Hot Intonation")

° die Besetzung kann zwischen Solo, kleinem Ensemble 
  (Combo), Bands und großer Besetzung (Big Band) 
  schwanken

° Hauptmerkmal ist die Improvisation der Musik. Als Grundlage dafür dienen Themen (Originals, auch "komponierte" Einleitungsteile), deren harmonisch-rhythmische Schemata improvisatorisch gestaltet werden.
Jeder bedeutende Jazzmusiker ist nach wenigen Takten an seiner Spielweise und der Art der Improvisation erkennbar, auch wenn er "typisch" für eine bestimmte Stilrichtung ist.



Jazz Styles                                                                        (back)

Bebop
"Der auch oft als Bop bezeichnete Bebop war eine radikale neue Musik, die in den frühen vierziger Jahren aufkam und um das Jahr 1945 "explodierte". Der größte Unterschied gegenüber dem Swing war, dass die Musiker wesentlich akkordbezogener improvisierten (im Swing spielte man sehr "melodie-verliebt"). Oft wird das Thema nach dem ersten Chorus nicht mehr angespielt und nur noch über das Harmonie-Gerüst improvisiert...  Im Zusammenhang mit dem experimentellen Charakter des Bebop stehen auch die bewussten Rückgriffe auf afro-cubanische Rhythmen (Afro-Cuban-Jazz). Der Bebop bildet den Ausgangspunkt und die Grundlage des gesamten modernen Jazz und erscheint darin selbst in immer neuen Varianten; etwa Hard Bop oder Cool Bop."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Classic Jazz
"Nicht jeglicher Jazz der zwanziger Jahre kann als "New Orleans Jazz" oder als "Dixieland" bezeichnet werden. Die zwanziger Jahre waren ein musikalisch sehr vielseitiges Jahrzehnt, mit vielen jazz-inspirierten Dance-Bands und einer stetigen Entwicklung hin zum Solospiel...  Diese Art von solistischer Musik in jenem Jahrzehnt wird oft mit dem Begriff "Classic Jazz" in Verbindung gebracht. Als drei wichtige Interpreten sollen hier Bix Beiderbecke, Fletcher Henderson und Clarence Williams genannt werden."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Cool Jazz
(od. West Coast Jazz)
"In den späten vierziger Jahren entstand der Cool Jazz aus dem Bebop heraus. Im Wesentlichen war er eine Mixtur aus bop mit leichten Anklängen des Swings, welche stark überzogen dargestellt wurden. Dissonanzen wurden sehr 'smooth' gespielt, die Töne klangen weich, die Arrangements wurden wieder wichtig, und die Akzente der Rhythmus-Gruppen klangen nicht mehr so penetrant."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Dixieland
"Ein Stil, der stark mit "New Orleans" und dem "Classic Jazz" überlappt. Er wird oft auch als "Chicago Jazz" bezeichnet, da er dort in den fünfziger Jahren in großem Ausmaß gespielt wurde. Sein Entstehen verdankt er vor allem weißen Musikern, die es, gerüstet mit Strohhut und Hosenträgern, den alten Größen des New Orleans gleich tun wollten. Da es den Musikern in diesem Revival der alten Stile nicht gelang, die Wurzeln wirklich wieder aufleben zu lassen, entstand schließlich jener neu-alte Stil, der heute als Dixieland bekannt ist."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Free Jazz
"Swing- und Dixieland-Musiker improvisieren nach melodischen Strukturen; Bop, Cool Jazz und Hard Bop Musiker nach harmonischen Strukturen.  Der Free Jazz weicht völlig von diesen Ansätzen ab. Der Solist hat keinerlei Festlegung in Form einer Progression oder Struktur Folge zu leisten. Er ist also im Idealfall vollkommen frei. Es fand ein Durchbruch in den freien Raum einer ausgeweiteten Tonalität statt, verbunden mit einer neuen, durch Auflösung von Metrum und Beat gekennzeichneten, neue rhythmischen Konzeption."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Hard Bop
"...Er stellt das exakte Gegenstück zu den sanften Sounds des Cool Jazz dar...  Die Melodiestruktur besitzt einen einfacheren Aufbau... Das etwas gelöstere Spiel kommt besonders der Kreativität des Bassisten zu gute, da dieser nun die Freiheit besitzt, von dem im bop üblichen Walking-Bass-Feeling (vier Viertel pro Takt) abzuweichen. Wichtige Vertreter waren Jackie McLean und Lee Morgan..."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Mainstream
"Der Ausdruck "Mainstream" wurde gebildet, um jene Art von Musik zu beschreiben, welche der Trompeter Buck Clayton und seine Zeitgenossen um die fünfziger Jahre spielten...  Big Band Stars wie Coleman Hawkins, Lester Young, Harry 'Sweets' Edison und Roy Eldridge jammten in kleineren Gruppen ihre Standards. Der in den fünfziger Jahren viel gehörte Mainstream wurde in den sechziger Jahren stark von anderen Musikstilen überschattet...  Ein Comeback fand erst in den siebziger Jahren mit dem Aufkommen des Tenorsaxophonisten Scott Hamilton sowie dem Trompeter Warren Vache statt..."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

New Orleans Jazz
"Er ist die älteste Form des Jazz...  Der New Orleans ist sehr am Ensemble-orientiert, mit seinen klar definierten Rollen für jedes Instrument... Trompete oder Cornet übernehmen immer die melodische Struktur. Die Trombonen sind für die Harmonien zuständig und die Klarinette übernimmt die Gegenmelodie. Betrachtet man seine fröhlichen Grundharmonien und die unglaubliche Spielfreude der Musiker, so gehört der New Orleans mit großer Wahrscheinlichkeit zu den fröhlichsten und am leichtesten zugänglichen Stilen des Jazz."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Ragtime
"...Im Ragtime findet keinerlei Improvisation statt, noch hat er irgendein Bluesfeeling. Jedoch übte dieser alte Stil mit Sicherheit großen Einfluss auf die frühen Formen des Jazz aus. Meist nur in Form von Pianomusik bekannt, wurde er auch von Orchestern gespielt..."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)

Swing
Bekannte Vertreter des Swing sind Louis Armstrong und das Fletcher Henderson Orchestra sowie das Benny Goodman Orchestra. Der Swing war eine der produktivsten Kräfte in der amerikanischen Populär-Musik, bis zu jenem Zeitpunkt im Jahre 1946, an welchem die Big Band Ära endete. Die Arrangements sind sehr 'schlank' im Aufbau, die Solis sind sehr anspruchsvoll.

Third Stream
"Third-stream meint vom Grundgedanken her eine Mixtur aus Jazz und klassischer Musik. Meistens wird eine Fusion zwischen den zwei völlig verschiedenen Stilen dadurch erreicht, dass ein Jazzsolist von Streichern unterlegt wird."    (Shadi Heinrich: Jazz Style)